Nanotechnologie in Lebensmitteln - Fragen und Antworten

12. August 2015 Ernährungstipps - Wussten Sie schon?

Nanotechnologie wird für die Herstellung einiger Gegenstände des täglichen Gebrauchs herangezogen. Sind Nanoteilchen auch in Egle-Lebensmitteln? Fragen und Antworten.

Was ist ein Nanoteilchen?

Es handelt sich um kleinste Partikel, deren Größe im Nanobereich liegt. Als ein Nanometer (Einheit: nm) bezeichnet man den milliardsten Teil eines Meters. Unvorstellbar klein: ein menschliches Haar hat einen Durchmesser von etwa 70.000 nm, selbst ein rotes Blutkörperchen misst noch ca. 8.000 nm. Nanopartikel kommen in der Natur vor und sind nicht menschengemacht, so entstehen sie z. B. bei Waldbränden oder Vulkanausbrüchen.

 

Was spricht für den Einsatz von Nanotechnologie?

Durch den Einsatz von Nanotechnologie erhoffen sich Forscher neue oder verbesserte Eigenschaften (z. B. bessere Löslichkeit) von bereits bestehenden Produkten oder Materialien. Tatsächliche Errungenschaften aus dem Bereich der Nanotechnologie sind z. B. selbst reinigende Oberflächen, Sonnencremes mit verbessertem UV-Schutz oder Textilien mit antibakteriellen Eigenschaften.


Zukunftsmusik ist noch der denkbare Zusatznutzen auf dem Gebiet der Medizin: Wirkstoffe könnten zielgenauer in den Körper transportiert, Krebszellen präziser bekämpft werden.


Was spricht dagegen?

Gegen die Verwendung von Nanotechnologie in Bereichen wie u. a. Textilien, Baustoffen und Lacken, Reinigungsmitteln und Kosmetik spricht, dass es noch an grundlegenden Kenntnissen über Risiken und Langzeitwirkungen fehlt. Es gibt allgemein akzeptierte Studien, die den Nanoteilchen Unbedenklichkeit bescheinigen, solange sie fester Bestandteil von Stoffen und Materialien sind.

Es ist noch nicht ausreichend erforscht, welche Auswirkungen die Nanopartikel auf Mensch und Natur haben, wenn sie von den Materialien durch Abrieb, Auswaschen oder auch natürlichen Abbau getrennt werden.

Sind in Lebensmitteln Nanoteilchen?

Laut BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) finden Nanomaterialien bereits im Lebensmittelbereich Anwendung, z. B. zur Erhöhung des Vitamin- und Mineralgehaltes von bestimmten Nahrungsmitteln, als Rieselhilfe von pulverförmigen Lebensmitteln und bei der Entwicklung von stärkeren Geschmacks- und Farbstoffen.
Der BUND hat eine Datenbank mit Produkten erstellt, welche Nanopartikel enthalten sollen. Diese Liste finden Sie hier. Bei den Produkten aus dem Lebensmittelbereich handelt es sich um Nahrungsergänzungsmittel, Kochutensilien und Aufbewahrungsgefäße.


Muss die Anwendung von Nanotechnologie gekennzeichnet werden?

Seit Dezember 2014 gilt die sogenannte Lebensmittel-Informations-Verordnung (LMIV). Diese regelt seitdem auch die Kennzeichnung von Nanopartikeln in Lebensmitteln. So heißt es in Artikel 18: "Alle Zutaten, die in Form technisch hergestellter Nanomaterialien vorhanden sind, müssen im Zutatenverzeichnis eindeutig aufgeführt werden. Auf die Bezeichnung solcher Zutaten muss das in Klammern gesetzte Wort "Nano" folgen."

An dieser Stelle möchten wir Stellung beziehen: Wir von der Firma Egle setzen weder jetzt noch in Zukunft Nanopartikel in unseren Lebensmitteln ein!

 

Bildnachweis: Jezper, shutterstock.com

 

Weiterführende Informationen erhalten Sie u. a. auch hier:
- aid infodienst; Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e. V.
- BUND , Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland